Anforderungsanalyse für das Personal in Schweizer Kernkraftwerken:
Seither haben sich die Anforderungen an alle diese Personen erweitert und bedürfen einer eingehenden Überarbeitung. Dabei stellte sich die Frage, ob sich für die drei Personengruppen abgeschlossene Anforderungsprofile erstellen lassen, wie weit sich diese Profile überschneiden und ob sich eine Methode entwickeln lässt, welche es auch Personen ohne spezielle Kenntnisse in der Eignungsdiagnostik ermöglicht, diese Profile den sich verändernden Bedürfnissen anzupassen.
Die bereits im Vorjahr erstellten Anforderungsprofile für den Normalbetrieb wurden 2009 noch um die Anforderungsprofile für den Störfall erweitert. Die vorangegangenen Untersuchungen hatten gezeigt, dass für die Erstellung signifikanter Profile die Befragung einer kleineren Anzahl von Personen genügt. Deshalb, und auch aus Ressourcengründen, wurden die Befragungen für Störfälle nur in drei Werken für Reaktoroperateure und Schichtchefs durchgeführt. Für Pikett-Ingenieure erübrigte sich die Befragung, da diese ohnehin nur im gestörten Betrieb zum Einsatz kommen, was schon in der ersten Projektphase berücksichtigt wurde.
Entgegen oft geäusserter Befürchtungen erwies sich die Anzahl der Fähigkeiten, die sich für die beiden Werkzustände (Normalbetrieb und Störfall) signifikant unterscheiden, als gering. Dies gilt sowohl bei der Tätigkeit als Reaktoroperateur als auch als Schichtchef. Damit verfügen die Kernkraftwerke nun über aktuelle Anforderungsprofile für die Rekrutierung von zulassungspflichtigem Betriebspersonal. Ausserdem wurde ein elektronisches Hilfsmittel erstellt, das die Werke befähigt, unabhängig von externer Unterstützung die Anforderungsprofile bei Veränderungen des Arbeitsumfeldes zu erheben.