Für die als Endlager vorgesehene Wirtformation Opalinuston wurde mittels Packertests eine geringe hydraulische Durchlässigkeit von rund 10-12 bis 10-14 m/s ermittelt (NTB 00-01, Tabelle 7.4a). Inwieweit ist die Annahme richtig, dass die derart geringen Durchlässigkeiten, für eine Ausbreitung von Schadstoffen, resp. Radionukliden – verglichen mit den auf Diffusions-, Absorptions- und Dispersionsprozessen basierenden „Transporten“ – quasi unbedeutend sind?
Beantwortet von Nagra
Ein Kriterium zur Beurteilung des Transportprozesses ist die Peclet-Zahl Pe (NTB 02-03, S.382). Für Werte von Pe < 1 ist der Transportprozess im wesentlichen diffusionsdominiert, für Werte von Pe > 10 prägen Advektion und hydrodynamische Dispersion die Stoffausbreitung. Die Peclet-Zahl wurde anhand der hydrodynamischen Modellrechnungen für eine Transportpfadlänge von 40 m abgeschätzt (S. 417). Sie liegt zwischen 0.3 und 2.5, d.h. in einem Transportregime, in dem Diffusion und Advektion zum Stofftransport beitragen.
Ein unabhängiger wichtiger Hinweis auf die untergeordnete Rolle der Advektion sind die natürlichen Tracerprofile, welche zeigen, dass Diffusion über geologische Zeiträume hinweg der dominierende Transportprozess gewesen ist (NTB 02-03, Kap. 4.7 und der dort zitierte detailliertere Referenzbericht Gimmi & Waber 2003). In der Transportmodellierung der Sicherheitsanalyse (Referenzfall) werden beide Prozesse (Diffusion und Advektion) berücksichtigt.