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Technisches Forum Kernkraftwerke behandelt «Periodische Sicherheitsüberprüfung»

Am 19. Juni 2026 fand das diesjährige Technische Forum Kernkraftwerke in Aarau statt. Rund dreissig interessierte Teilnehmende von Interessensorganisationen, Behörden und Kernkraftwerkbetreibern tauschten sich zum Thema «Periodische Sicherheitsüberprüfung» aus.

Am Technischen Forum Kernkraftwerke (TFK) präsentierten drei Referenten das Thema «Periodische Sicherheitsüberprüfung (PSÜ)» aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die beiden ENSI-Fachspezialisten und stellvertretenden Sektionsleiter Maxim Schröder und Manuel Raqué erklärten zunächst den gesetzlichen Rahmen für die PSÜ und gingen dann auf deren Inhalte ein. Über das Thema des Impulsreferats hatten die Teilnehmenden im Vorfeld des TFK abgestimmt.

Was bedeutet PSÜ?

Die PSÜ ist eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken, die mindestens alle zehn Jahre durchgeführt wird. Nach Ablauf des vierzigsten Betriebsjahres umfasst die PSÜ zusätzlich einen Sicherheitsnachweis für den Langzeitbetrieb. Die PSÜ dient der ganzheitlichen sicherheitstechnischen Beurteilung eines Kernkraftwerks. Dabei geht es unter anderem um die Organisation und das Managementsystem, um technische und technologische Alterungsprozesse sicherheitsrelevanter Komponenten sowie um deterministische und probabilistische Sicherheitsanalysen unter aktuellen Gefährdungsannahmen. Die PSÜ hilft Sicherheitsreserven und Schwachstellen zu eruieren und die Alterung verschiedener Komponenten, die Betriebserfahrung und den Nachrüstbedarf nach dem aktuellen Stand der Nachrüsttechnik zu bewerten. Zudem können aktuelle Anforderungen und Gefährdungsannahmen mit dem bestehenden Anlagenzustand gespiegelt werden.

Wie ist die PSÜ durchzuführen?

Den Ablauf sowie die Planung und Durchführung der PSÜ hat das ENSI in seiner Richtlinie ENSI-A03 geregelt. Bereits knapp zwei Jahre vor Ablauf der 10-Jahresfrist haben die Kernkraftwerke dem ENSI einen Projektplan für die PSÜ einzureichen. Sobald die PSÜ-Dokumentation eingereicht wurde, erfolgt eine Grobprüfung des ENSI auf Vollständigkeit und die anschliessende Vervollständigung oder Präzisierung der eingereichten Unterlagen durch das Werk. Im nächsten Schritt geschieht die umfassende Detailprüfung, welche in der Regel durch eine Reihe von Fachgesprächen begleitet wird. Das ENSI erstellt eine sicherheitstechnische Stellungnahme, die auch Forderungen für Verbesserungsmassnahmen und Nachrüstungen enthält. Bei seiner Beurteilung stützt sich das ENSI primär auf die ENSI-Richtlinien, den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik sowie auf internationale Standards der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) und der Western European Nuclear Regulators Association (WENRA).

PSÜ aus Sicht des Kernkraftwerkes Beznau

Als dritter Referent erläuterte der Leiter des Ressorts Anlagesicherheit des Kernkraftwerks Beznau seine Sicht der PSÜ. Er erklärte die Prozesse, welche im Kernkraftwerk durchgeführt werden, um die ENSI-Vorgaben der Richtlinie ENSI-A03 «Periodische Sicherheitsüberprüfung von Kernkraftwerken» zu erfüllen. Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf die sicherheitsrelevanten Anlagenteile.

Das Kernkraftwerk Beznau betonte zudem den Nutzen, den die Werke selbst aus der PSÜ ziehen können. So diene beispielsweise die PSÜ-Dokumentation auch dem Wissenserhalt und Wissenstransfer innerhalb der Organisation, da damit Informationen zusammengefasst würden und so eine systematische Katalogisierung der Anlagendokumentation geschaffen werde.

Diskussionsrunde über Nutzen der PSÜ

Im Anschluss an die beiden Referate stand den TFK-Teilnehmenden Zeit für eine Diskussion mit den Referenten zur Verfügung. Es folgte ein angeregter Austausch zum Nutzen der PSÜ, zur Rolle des ENSI in der Aufsicht und zu vergangenen Vorkommnissen in den Kernkraftwerken.

Zum Schluss gab ENSI-Direktor Marc Kenzelmann einen Einblick in die aktuellen Themen der Aufsichtsbehörde. Dazu gehören das Wissensmanagement, die digitale Transformation, der Umgang mit künstlicher Intelligenz sowie die Weiterentwicklung der Aufsichtskultur.

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