Die Commission franco-suisse (CFS) bildet seit mehreren Jahrzehnten einen Rahmen für den Dialog zwischen den französischen und schweizerischen Aufsichtsbehörden. Sie fördert den Informationsaustausch über die Sicherheit kerntechnischer Anlagen, den Strahlenschutz, die Notfallvorsorge sowie über Anlagen in Grenznähe. Im Rahmen der 35. Sitzung tauschten die Delegationen beider Länder ihre Standpunkte zu aktuellen Fragen aus und kamen überein, ihre Zusammenarbeit bei verschiedenen Themen von gemeinsamem Interesse fortzusetzen und zu verstärken. Zudem hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, das Labor Spiez zu besuchen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen insbesondere die aktuellen Entwicklungen in den schweizerischen und französischen Kernkraftwerken sowie die Bauvorhaben in Frankreich. Der langfristige Betrieb und der Rückbau sind weiterhin Themen von gemeinsamem Interesse.
Die Delegationen der beiden Nachbarländer tauschten sich zudem über das Risikomanagement im Zusammenhang mit dem Betrieb von Kernkraftwerken aus. Sie beschlossen, ihren Erfahrungsaustausch zur Frage der Hygiene in Kühltürmen sowie zu bewährten Verfahren zur Vermeidung der damit verbundenen Risiken fortzusetzen.
Zudem bekräftigten sie die Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit im Bereich des Krisenmanagements und der Reaktion auf nukleare Notfälle. Der regelmässige Austausch in diesem Bereich trägt zur Stärkung der grenzüberschreitenden Koordination zwischen den zuständigen Behörden bei.
«Die internationale Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der nuklearen Sicherheit. Der regelmässige Austausch mit unseren französischen Kollegen ermöglicht es uns, Erfahrungen zu spiegeln, voneinander zu lernen und unsere jeweiligen Ansätze kontinuierlich zu stärken. Die Commission franco-suisse ist in dieser Hinsicht ein wertvolles Instrument der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Vertrauens», erklärte Marc Kenzelmann, Direktor des ENSI, im Rahmen dieser 35. Sitzung.
Besuch des Labors Spiez – eines weiteren Kompetenzzentrums des Bundes im nuklearen Bereich
Anlässlich dieser Sitzung besuchten die Delegationen zudem das Labor Spiez, das Kompetenzzentrum des Bundes für den Schutz vor nuklearen, biologischen und chemischen Bedrohungen. Dieser Besuch bot die Gelegenheit, die Aufgaben und Aktivitäten des Labors in den Bereichen Analyse, Detektion und wissenschaftliche Unterstützung der Behörden kennenzulernen.
Die Schweizer Delegation setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des ENSI zusammen, mit Marc Kenzelmann, dem Direktor des ENSI, als Delegationsleiter, sowie aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), des Bundesamtes für Energie (BFE), der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) und einem Vertreter der Kantone.
Die nächste Sitzung der französisch-schweizerischen Kommission findet 2027 in Frankreich statt.









