Die potenziellen Dosen für die Bevölkerung aus dem Betrieb der Kernanlagen lagen für das Gesamtjahr unter 0,01 Millisievert und damit auf einem sehr tiefen Niveau. Der in der Strahlenschutzverordnung festgelegte Grenzwert für die jährliche Strahlenexposition der Bevölkerung durch Abgaben aus Kernanlagen beträgt 1 Millisievert.
Permanente Dosisleistungsüberwachung online einsehbar
Zur automatischen Überwachung der Dosisleistung in der Umgebung der Kernkraftwerke betreibt das ENSI das System MADUK. Es umfasst 57 Messsonden, deren Messwerte im 10-Minuten-Takt erfasst und auf der ENSI-Website in Echtzeit publiziert werden.
Gesetzliche Limiten für das Personal eingehalten
ENSI-Inspektoren waren über das ganze Jahr hinweg regelmässig in allen Kernanlagen präsent, auch während Revisionsstillständen und Brennelementwechseln. Die Auswertungen bestätigten, dass 2025 alle gesetzlichen Vorgaben zur Strahlenexposition des Personals eingehalten wurden.
Besonderes Augenmerk auf Stilllegung und Rückbau
Das ENSI beaufsichtigt auch den Rückbau stillgelegter Kernanlagen. Arbeiten wie die Zerlegung von Kerneinbauten, wie sie derzeit im Kernkraftwerk Mühleberg stattfinden, sind radiologisch anspruchsvoll, erfordern angepasste Schutz- und Überwachungsmassnahmen und bedingen eine an die Umstände angepassten Aufsicht durch das ENSI. Mit Blick auf die von der Axpo angekündigte Stilllegung des Kernkraftwerks Beznau ab 2032/33 nutzt das ENSI die Erfahrungen aus Mühleberg für seine Vorbereitung.
Ausblick: neue Reaktor-Technologien und digitale Sicherheit
Hinsichtlich neuer Technologien wie Small Modular Reactors (SMRs) arbeitete das ENSI 2025 an der Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens, um für mögliche Bewilligungsverfahren vorbereitet zu sein. Sicherungsthemen bei Kernanlagen bleiben weiterhin zentral. Dazu zählen unter anderem Entwicklungen in der Drohnentechnologie und Risiken durch Schwachstellen in Elektronikkomponenten, die bei der Auslegung und beim Betrieb angemessen berücksichtigt werden müssen.
Durch das Zusammenspiel aus regulatorischen Vorgaben, Kontrollen und Messungen und die kontinuierliche Weiterbildung von Fachpersonal konnte das ENSI auch im Berichtsjahr dazu beitragen, den Schutz von Mensch und Umwelt vor ionisierender Strahlung sicherzustellen.









