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ENSI veröffentlicht Erfahrungs- und Forschungsbericht 2025: Roboter für den Strahlenschutz und menschliche Faktoren im Fokus der Forschung

Der Erfahrungs- und Forschungsbericht 2025 zeigt ein Jahr im Zeichen des Ausbaus der regulatorischen Sicherheitsforschung und wichtiger internationaler Entwicklungen. Mit über 50 laufenden Projekten erreichte das Forschungsprogramm des ENSI erstmals eine neue Grössenordnung und stärkt damit gezielt die wissenschaftlichen Grundlagen für die nukleare Aufsicht in der Schweiz.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2025

Forschungsprogramm wächst und setzt neue Schwerpunkte

Das Forschungsprogramm des ENSI trägt wesentlich dazu bei, wichtige Grundlagen zu erarbeiten, Methoden weiterzuentwickeln und die unabhängige Expertise des ENSI sicherzustellen. Im Berichtsjahr wurde das Programm gezielt ausgebaut, insbesondere gemäss der Forschungsstrategie 2023 sowie im Bereich der menschlichen Faktoren. In der regulatorischen Sicherheitsforschung sind für 2025 folgende neue Projekte hervorzuheben:

  • Externe Ereignisse: Das ENSI unterstützt ein neues Forschungsprojekt der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau, welches das nichtlineare Verhalten von Gebäudestrukturen bei Erschütterungen untersucht. Die Ergebnisse sollen helfen, offene Fragen zum Verhalten der kerntechnischen Anlagen bei auslegungsüberschreitenden Erdbebeneinwirkungen zu beantworten.
  • Menschliche Faktoren: Diese umfassen ein breites Spektrum an Themen, darunter die Zuverlässigkeit von Operateurhandlungen, aber auch organisatorische und ethische Fragen. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Olten analysiert in einem neuen Projekt das Zusammenspiel von Sicherheit, Sicherung und Informationssicherheit im Nuklearbereich. Das ENSI unterstützt das Projekt seit Anfang des Berichtsjahres mit dem Ziel, gegenseitige Abhängigkeiten sowie potenzielle Konflikte frühzeitig zu erkennen und integrative Sicherheitsansätze zu stärken.
  • Strahlenschutz: Der Strahlenschutz hat das Ziel, Mensch und Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen ionisierender Strahlung zu schützen. Dies kann durch den Einsatz ferngesteuer­ter technischer Systeme unterstützt werden. Die Ostschweizer Fachhochschule (FH-OST) entwickelt seit Sommer 2025 einen spezialisierten Roboter für den Einsatz in Kernkraftwerken. Das ENSI beteiligt sich an diesem Projekt, um künftig schwer zugängliche Bereiche mit hoher Strahlenbelastung genauer überwachen zu können, ohne das Personal dabei zu gefährden.

Insgesamt umfasste das Forschungsprogramm im Berichtsjahr 51 Projekte – ein neuer Meilenstein für das ENSI.

Wichtige Ergebnisse aus abgeschlossenen Projekten

Neben neuen Initiativen konnten auch bedeutende Forschungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen werden:

  • Die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) schloss im Februar 2025 ein Projekt ab, in dem sie eine spezielle Situation des Nichtleistungsbetriebs von Druckwasserreaktoren betrachtete. Dabei konnte gezeigt werden, welche menschlichen Eingriffe in Störfallsituationen zu einem sicheren Anlagenzustand beitragen.
  • Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen stellte ein Materialmodell für das Wirtgestein Opalinuston fertig. Dieses Modell beschreibt das Verhalten des Tongesteins nach dem Ausbau von Untertage-Bauwerken wie geologischen Tiefenlagern. Dank dem erfolgreichen Abschluss dieser Projektphase profitiert das ENSI bereits jetzt von den Erkenntnissen und setzt das Modell für seine Beurteilungen im Rahmen des Sachplanverfahrens ein.

Diese Ergebnisse liefern dem ENSI wichtige Grundlagen für die Aufsichtspraxis und die sicherheitstechnische Bewertung von Kernanlagen.

Internationale Zusammenarbeit unter geopolitischen Spannungen

Die internationale Zusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der ENSI-Tätigkeit. Der Austausch mit Organisationen sowie mit Aufsichtsbehörden anderer Länder ermöglicht es, Erfahrungen weiterzugeben und Sicherheitsstandards kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Das internationale Umfeld war 2025 einerseits bestimmt von geopolitischen Spannungen, vor allem mit Blick auf die Sicherheit von Kernanlagen in der Ukraine. Andererseits spielten neue Reaktortechnologien sowie die Fortschritte bei geologischen Tiefenlagern weltweit eine grosse Rolle. An der achten Überprüfungskonferenz der sogenannten Joint Convention, die auf die Abfallentsorgung ausgerichtet ist, erhielt die Schweiz gute Bewertungen für ihren Länderbericht. Das Sachplanverfahren für die geologische Tiefenlagerung beurteilten die internationalen Experten weiterhin als Herausforderung.

Ein zentrales Ereignis im Berichtsjahr war der Beschluss der IAEA Commission on Safety Standards, das Regelwerk der Internationalen Atomenergie-Agentur grundlegend zu überprüfen. Ziel ist es, die internationalen Sicherheitsstandards an technologische und geopolitische Entwicklungen anzupassen und langfristig wirksam zu halten.

Hier geht’s zum vollständigen Erfahrungs- und Forschungsbericht 2025 mit vertieften Einblicken in alle Projekte, Ergebnisse und Entwicklungen des Berichtsjahres:

Erfahrungs- und Forschungsbericht 2025 – ENSI-AN-12512 » ENSI

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