An der «International Conference on Effective Nuclear and Radiation Regulatory Systems», die vom 27. bis 30. April 2026 in Wien stattfand, beteiligte sich das ENSI aktiv am internationalen Fachaustausch. Die Konferenz brachte Aufsichtsbehörden und Fachleute aus aller Welt zusammen, um die Wirksamkeit nuklearer und strahlenschutzrechtlicher Regulierungssysteme weiterzuentwickeln und an aktuelle Herausforderungen anzupassen.
Im Zentrum standen insbesondere die Themen Kompetenz, Agilität und internationale Vernetzung von Aufsichtsbehörden. Ziel war es, bewährte Methoden, Praktiken und Vorgehensweisen auszutauschen, regulatorische Ansätze weiterzuentwickeln und gemeinsame Antworten auf neue Entwicklungen zu diskutieren.
ENSI-Direktor Marc Kenzelmann nahm an der Paneldiskussion «Beyond Compliance: Building a Resilient Regulatory Culture» teil und brachte die Perspektive des ENSI für eine resiliente Aufsichtskultur ein. Insbesondere stand die Frage, wie Aufsichtsbehörden unter sich verändernden Rahmenbedingungen handlungsfähig, unabhängig und wirksam bleiben können, im Fokus der Diskussion. Aus Sicht des ENSI zeichnet sich eine resiliente regulatorische Kultur durch starke und unabhängige Institutionen, den gezielten Erhalt und Ausbau von Fachkompetenz, vielfältige Perspektiven sowie eine gute Vorbereitung auf unerwartete Ereignisse aus.

Das zunehmend dynamische Umfeld stellt auch die nukleare Aufsicht vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger ist ein internationaler Austausch. «Für die Schweiz ist der internationale Austausch – auch über Europa hinaus – von grosser Bedeutung. In vielen Bereichen beobachten wir derzeit eine hohe Dynamik: bei neuen Reaktortechnologien, regulatorischen Ansätzen, der Weiterentwicklung von Aufsichtsprozessen oder der Attraktivität des Nuklearbereichs für die nächste Generation. Gleichzeitig erleben wir eine rasante Entwicklung bei Schlüsselthemen wie künstlicher Intelligenz ebenso wie zunehmende Cyberrisiken, geopolitische Spannungen und klimabedingte Herausforderungen. Um als Aufsichtsbehörde resilient zu bleiben, genügt es nicht, auf diese Entwicklungen zu reagieren. Entscheidend ist, sie frühzeitig zu erkennen und zu antizipieren. Dafür ist ein enger Austausch mit internationalen Partnern unerlässlich – insbesondere mit Ländern, die in diesen Bereichen bereits weit fortgeschritten sind», betont Marc Kenzelmann.
Die Konferenz ist für das ENSI eine wertvolle Plattform, um bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Beziehungen zu internationalen Partnerbehörden und Organisationen zu knüpfen sowie von international bewährten Vorgehensweisen zu lernen.









