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CNS-Überprüfungskonferenz 2026: Schweiz mit positivem Ergebnis und identifizierter Herausforderung beim Erhalt nationaler Fachkompetenzen

Die Schweiz erhielt an der zehnten Überprüfungskonferenz des Übereinkommens über die nukleare Sicherheit insgesamt eine positive Beurteilung. Neben mehreren Bereichen mit besonders guter Leistung wurde auch eine zentrale Herausforderung für die langfristige Sicherstellung von Fachkompetenzen identifiziert.

Schweizer Delegation an der CNS-Überprüfungskonferenz 2026

Die zehnte Überprüfungskonferenz des Übereinkommens über nukleare Sicherheit (Convention on Nuclear Safety, CNS) fand vom 13. bis 24. April 2026 bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (International Atomic Energy Agency, IAEA) in Wien statt. Die Überprüfungskonferenz bescheinigte der Schweiz für ihren Länderbericht in vier Bereichen eine Anerkennung mit besonders guter Leistung (Areas of good perfomance) sowie eine zentrale Herausforderung (Challenge) für die langfristige Sicherstellung von Fachkompetenzen.

Der sogenannte «Country Review Report» enthält eine detaillierte Zusammenfassung des Schweizer Review Prozesses.

«Die Ergebnisse der Überprüfungskonferenz zeigen, dass die Schweiz im internationalen Vergleich weiterhin über ein hohes Sicherheitsniveau verfügt. Gleichzeitig macht die identifizierte Herausforderung deutlich, dass auch künftig gezielte Investitionen in Fachkompetenz und Wissenserhalt notwendig bleiben» hält ENSI-Direktor Marc Kenzelmann fest.

Die Konferenz stand erneut teilweise im Zeichen der angespannten internationalen Lage. Ein zentrales Thema war die Situation rund um das von Russland besetzte Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine. Viele Delegationen betonten die Bedeutung der nuklearen Sicherheit und Sicherung auch in bewaffneten Konflikten sowie die Rolle der IAEA vor Ort.

Ebenso unterstrich Marc Kenzelmann die Bedeutung des internationalen Austauschs: «Die Convention on Nuclear Safety ist ein zentrales Instrument für die kontinuierliche Verbesserung der nuklearen Sicherheit weltweit. Gerade in einer geopolitisch schwierigen Zeit ist es entscheidend, dass die Aufsichtsbehörden im offenen Dialog bleiben, Erfahrungen austauschen und gemeinsame Sicherheitsstandards stärken.» Weiter führte er aus: «Angesichts der derzeit dynamischen Umfeldentwicklungen – sei es durch neue Reaktortechnologien, die rasante Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz, zunehmende Cyberrisiken oder klimabedingte Einflüsse – ist es wichtig, dass die Schweiz diese Entwicklungen aufmerksam verfolgt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Ressourcen angemessen darauf reagiert. Dazu gehört auch, den Blick über Europa hinaus zu richten und internationale Entwicklungen noch stärker einzubeziehen.»

Die aktuell angespannte geopolitische Lage widerspiegelte sich auch in den Schlussverhandlungen. Die Vertragsparteien debattierten langwierig und hart über die Inhalte im Abschlussbericht. Dank der Schweizer Vermittlung konnte der sogenannte Summary Report am Ende im Konsens verabschiedet werden. Dies ist von zentraler Bedeutung, da der Bericht die Hauptergebnisse der Konferenz festhält und als Grundlage für das Weiterleben des Übereinkommens dient. Er setzt ein wichtiges politisches Signal und unterstreicht den Erfolg der Schweizer Vermittlertätigkeit.

Die elfte Überprüfungskonferenz der CNS findet im April 2029 statt.

Die Convention on Nuclear Safety (CNS) ist ein internationales Übereinkommen, das 1994 verabschiedet wurde und 1996 in Kraft trat. Ziel ist es, weltweit ein hohes Niveau der nuklearen Sicherheit in Kernkraftwerken zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Die 98 Vertragsstaaten verpflichten sich, regelmässig nationale Berichte vorzulegen und sich im Rahmen von Überprüfungskonferenzen gegenseitig zu evaluieren.

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