Betroffenes Werk / Titel
KKW Beznau 1 / Ausfall einer Hilfsspeisewasserpumpe
Datum
Juli 2025
Sachverhalt
Am Donnerstag, 31. Juli 2025, kam es bei der Durchführung des monatlichen Funktionstests im Block 1 des KKW Beznau zum Ausfall einer Hilfsspeisewasserpumpe. Diese startete erfolgreich und fiel nach wenigen Minuten aus. Der Ausfall der Hilfsspeisewasserpumpe konnte auf die Unterschreitung des Mindestöldrucks aufgrund einer ausgefallenen Schmierölpumpe zurückgeführt werden.
Trotz einer Überprüfung möglicher mechanischer und elektrischer Fehlerquellen im Bereich der Schmierölpumpe konnte das KKW Beznau die Ursache dieses Ausfalls nicht eindeutig identifizieren. Es ging somit von einer Fehlauslösung im Bereich der elektrischen Versorgung der Schmierölpumpe aus. In der Folge tauschte das KKW Beznau zwei elektrische Komponenten (Leistungsschütz und Thermopaket) vorsorglich aus.
Die Hilfsspeisewasserpumpe war rund neun Stunden nach dem Vorkommnis wieder betriebsbereit.
Einstufung (nach Richtlinie ENSI-B03)
INES 0 (unterhalb der Skala)
Massnahmen des Betreibers
Das KKW Beznau hat vorsorglich elektrotechnische Komponenten ausgetauscht (Leistungsschütz und Thermopaket). Zudem hat es die mechanischen Komponenten überprüft.
Massnahmen des ENSI
Das ENSI beurteilt die vom KKW Beznau ergriffenen Sofortmassnahmen als angemessen und zielführend, jedoch nicht als abschliessend. Es fordert zusätzlich, dass das KKW Beznau den Schmierölkreislauf der Hilfsspeisewasserpumpe auf möglichen Fremdmaterialeintrag untersucht.
Beurteilung durch das ENSI
Die Unterschreitung des Mindestöldruckes aufgrund der ausgefallenen Schmierölpumpe führte korrekt zur betrieblichen Schutzabschaltung der Hilfsspeisewasserpumpe. Das System reagierte auslegungsgemäss, d. h. wie für einen solchen Fall vorgesehen.
Das Vorkommnis hatte eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung. Die Schutzziele waren jederzeit erfüllt und die sicherheitsrelevanten Barrieren intakt. Es gab keine radiologischen Auswirkungen. Das ENSI stuft den Vorfall auf der internationalen INES-Skala mit INES 0 ein.
Aus risikotechnischer Sicht führte das Vorkommnis aufgrund der Nichtverfügbarkeit eines Hilfssystems zu einer rechnerischen Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für einen Kernschaden, die grösser als 1 zu 100 Millionen aber kleiner als 1 zu 1 Million war.
Kriterien für die Aufschaltung auf der ENSI-Website
Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt.
Das ENSI informiert die Öffentlichkeit in seinem jährlichen Aufsichtsbericht über sämtliche meldepflichtigen Vorkommnisse im Bereich der nuklearen Sicherheit. Zudem informiert das ENSI auf seiner Website laufend über Vorkommnisse, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:
- INES-Stufe 1 oder höher,
- Auslösung von Sicherheitssystemen,
- Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt,
- Inkorporation radioaktiver Stoffe mit einer Folgedosis von mehr als 1 mSv.







