Der Nationale Zukunftstag will Jugendlichen ermöglichen, Berufe jenseits traditioneller Rollenbilder kennenzulernen. Die Kinder und Jugendlichen werden eingeladen, die Vielfalt der Berufswelt frei von Geschlechterstereotypen zu erkunden. Auch Unternehmen, Organisationen, Behörden sowie Fach- und Hochschulen profitieren davon: Sie können frühzeitig Einblick in ihre Arbeit geben und vielleicht schon erste Begeisterung für künftige Berufsfelder wecken. Das ENSI durfte dieses Jahr zwölf Kinder willkommen heissen, die ihren Eltern, Tanten oder Göttis bei der Arbeit über die Schultern geschaut und am spannenden Spezialprogramm teilgenommen haben.
Vom Uran zum Strom – Kernenergie ganz nah erleben
Das diesjährige Programm führte die Teilnehmenden als Erstes ins Besucherzentrum des Kernkraftwerks Leibstadt. Dort tauchten sie tief in die Welt der Kernenergie ein. Die Ausstellung zeigte den Jugendlichen die ganze Kette der Energiegewinnung, vom Uran bis zum Strom, der aus der Steckdose kommt. Zudem erfuhren sie, welche Sicherheits- sowie Sicherungskonzepte und -barrieren für den Schutz des Werks und der Bevölkerung bestehen. Ein virtueller Blick in den Reaktor vermittelte den jungen Besuchern und Besucherinnen ein Gefühl für die Arbeit und die Abläufe im Kernkraftwerk. Eine zweite VR-Erfahrung nahm die Kinder mit auf eine Zeitreise in die Zukunft. Sie zeigte ihnen wie die Schweiz plant die radioaktiven Abfälle der Kernenergie im Geologischen Tiefenlager zu entsorgen und wie dieses in 20, 90 und sogar in 60’000 Jahren aussehen könnte. Mit dieser lebhaften Show fand der Besuch im Kernkraftwerk Leibstadt seinen Abschluss.
Am besten hat mir die Reise mit der VR-Brille ins Tiefenlager gefallen.Fabian, 12 Jahre alt
Vielfältige Arbeitsgebiete beim ENSI
Zurück in Brugg tauschten sich die Jugendlichen beim gemeinsamen Mittagessen mit ihrer Bezugsperson über die ersten Eindrücke aus, bevor sie am Nachmittag deren Arbeitsplatz näher kennenlernen durften. So erhielten sie direkten Einblick in die vielfältigen Aufgaben des ENSI. Denn als unabhängige Aufsichtsbehörde, die zuständig ist für die Aufsicht der Sicherheit und Sicherung der Schweizer Kernanlagen, bietet das ENSI eine Vielzahl an spannenden Arbeitsbereichen: Zum Beispiel in der Maschinentechnik, Geologie, Informatik, Kommunikation oder im Strahlenschutz bis hin zu Systemtechnik und den Sicherheitsanalysen.
Das Unsichtbare messen: Strahlenschutz in Aktion
Ein besonderes Highlight des Tages war die Präsentation zum Thema Strahlenschutz, bei der die jungen Besucher und Besucherinnen erfuhren, wie das ENSI sein oberstes Ziel verfolgt: Den Schutz von Mensch und Umwelt vor ionisierender Strahlung. Sie lernten zunächst, was Strahlung ist, wie man sie misst und wie man sich vor ihr schützen kann. Anschliessend durften sie selbst aktiv werden und spielerisch erfahren, wie Messgeräte eingesetzt werden und was eine Strahlenschutzfachperson genau macht.
Ich wusste gar nicht, dass es verschiedene Masseinheiten gibt. Man sieht nicht nur, ob etwas strahlt, sondern auch wie stark und gefährlich die Strahlung ist!Leonardo, 10 Jahre alt
Gleichstellung beginnt mit Neugier
Mit der Verabschiedung am Nachmittag ging ein intensiver und inspirierender Tag zu Ende. Der Zukunftstag bot den Jugendlichen nicht nur Einblicke in die Welt der Nuklearsicherheit, sondern auch einen Perspektivenwechsel.
Das ENSI beteiligt sich regelmässig am Zukunftstag, weil die Förderung junger Talente und die Gleichstellung von Mann und Frau im technischen Umfeld zentrale Anliegen sind.
Wenn wir jungen Menschen zeigen, wie spannend und sinnstiftend technische Berufe sein können, wecken wir Neugier, die weit über den Zukunftstag hinaus wirkt.Andrea Koller, Stv. Leiterin Sektion HRES









